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Republik in Südosteuropa, 110 994 km², 7,8 Mio. Einwohner, Hauptstadt Sofia.
Land und Leute
Aus der Donau-Ebene von Norden nach Süden steigt das Land zum Balkan an, geht über in eine Hochebene, die im Westen (Pirin, Rila) und Süden (Rhodopen) von hohen Gebirgen abgeschlossen wird und im Osten zum Schwarzen Meer abfällt. Entsprechend abgestuft sind die klimatischen Bedingungen von alpin bis mediterran. Bulgarien wird weit überwiegend von Bulgaren bewohnt und hat eine starke türkische Minderheit (rund 8 Prozent).
Wirtschaft
Trotz intensiver Bemühungen nach 1945 um Industrialisierung ist Bulgarien bis heute agrarisch geprägt, Hauptanbaufrüchte: Tomaten, Rosen und Lavendel (Ausfuhr ätherischer Öle), Tabak, Baumwolle. Die Industrie (Maschinenbau, Eisenhütten, Elektrogeräte, Chemie u. a.) geriet nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in eine schwere Anpassungskrise durch Verlust der Hauptmärkte.
Geschichte
An der Völkerstraße von Europa nach Asien gelegen, war Bulgarien von früh an wechselnden Fremdeinflüssen und -herrschaften ausgesetzt. Im 7. Jh. nahmen es Turkvölker in Besitz. Ihr Reich stieg mehrmals zur beherrschenden Balkanmacht auf, ging aber 1393 im Osmanischen Reich auf. Erst im vorigen Jh. regte sich wieder bulgarisches Eigenbewusstsein, das vom türkisch-russischen Gegensatz profitierte und 1908 die Bildung des selbstständigen Königreichs Bulgarien erreichte. In den Balkankriegen gegen Serbien und Griechenland 1912/13 stark geschwächt, schloss sich Bulgarien im 1. wie im 2. Weltkrieg Deutschland an, um verlorene Gebiete wiederzugewinnen. Das gelang beide Male nur vorübergehend und brachte 1944 beim Einmarsch der Roten Armee den Sturz der Monarchie und die Etablierung eines kommunistischen Regimes. 1989 befreite sich Bulgarien davon, Reformpolitiker gingen daran, das von der Planwirtschaft ruinierte Land umzugestalten. Seit 1991 ist das Landlaut Verfassung eine parlamentarische Demokratie mit Mehrparteiensystem. 2004 erfolgte der Beitritt Bulgariens zur NATO; EU-Beitritt am 1. Januar 2007.